Das Spielhaus Langenfort ist eine kommunale Freizeiteinrichtung der offenen Kinder- und Jugendarbeit. Der Träger ist das Fachamt Jugend- und Familienhilfe im Bezirksamt Hamburg-Nord. Es wurde 1962 vom Deutsch-Amerikanischen-Frauenclub und der damaligen Jugendbehörde gegründet.

Gesetzliche Grundlagen


Die gesetzliche Grundlage für die Arbeit leitet sich aus den §11 Kinder- und Jugendhilfegesetz (SGB VIII) ab. Die Globalrichtlinie GR J /16 vom 23.2.2016 von der BEHÖRDE FÜR ARBEIT, SOZIALES, FAMILIE UND INTEGRATION regelt die Aufgabenwahrnehmung im Rahmen der Kinder- und Jugendarbeit und Jugendsozialarbeit in den Bezirken.


Umfeld

Barmbek Nord ist ein durch Siedlungsbau geprägter Stadtteil. Das Spielhaus Langenfort liegt in einem dicht besiedelten Wohngebiet.


Räume

Das Spielhaus hat eine Gesamtgröße von 154 qm. Es besteht aus einem großen Spielraum und einem kleinen Raum, den wir durch eine Schiebetür vom anderen trennen können (Rückzugsmöglichkeit für kleinere Gruppen oder einzelne Kinder). Die Räume sind mit Tischen und Stühlen unterschiedlicher Größe und Höhe möbliert, um Platz für alle Altersgruppen zu schaffen. Es gibt eine Kuschelecke, einen Billardtisch und einen Kicker. Ein vielgenutzter Ort im Raum ist das „Haus im Haus". Die Raumausstattung wurde von uns so gewählt, dass die Kinder große Entfaltungsmöglichkeiten vorfinden. Sie können sich zurückziehen, in Gruppen spielen, sich am Tisch beschäftigen, Ecken und Nischen finden oder auch mal in Ruhe auf der Kuschelecke lesen. Bei der Gestaltung der Innenräume wirken die Kinder mit. Ihre Wünsche und Bedürfnisse werden berücksichtigt. Neben den zwei Räumen gibt es eine Küche, Sanitäranlagen, ein Büro und einen kleinen Flur. Zum Haus gehören 3 Außenräume für Material, Fahrzeuge, Tische, Bänke etc.


Spielhausgelände

Das Gelände, auf dem das Spielhaus steht, ist einer der größten Hamburger Spielplätze (über 14 000 qm). Es wird von Stadtgrün Hamburg-Nord bewirtschaftet. Seit der Umgestaltung (1998) haben wir einen großen Fußballplatz, mit einer Basketballecke und einer Sitztribüne, 2 Sandkisten mit Spielgeräten (Klettergerät , Drehscheibe, Turm mit Rutsche und Wasserbecken), Schaukeln und Schaukelhähne, Vogelnestschaukel, 2 Holzhäuschen und 1 Holzauto, Schwebebalken, Tischtennisplatte und ein Doppelhügel mit Hängebrücke). Diese Planungen haben die Kinder in einem Beteiligungsverfahren mitbestimmt. Außerdem gibt es Wiesenflächen, Tische und Bänke, einen großen Baumbestand und viel Platz zum Befahren mit unseren Fahrzeugen. Die vielen Büsche sind beliebte Rückzugsgebiete für die Kinder. Wir nutzen das Gelände für viele Außenaktivitäten. Das Außengelände wird auch nach Schließung des Spielhauses und am Wochenende von der Nachbarschaft stark frequentiert. Es ist ein beliebter Treffpunkt für Groß und Klein. Gleich nebenan liegt die sogenannte „Rollerbahn", ebenfalls mit großen Rasenflächen und Fußball-und Basketballplatz. Auch dieser Ort wird von unseren Besuchern mit genutzt.


Personal

Lt. Stellenplan hat das Spielhaus Langenfort 2 Erzieherstellen, von denen 1 ½ Stellen besetzt sind. Daneben arbeiten Honorarkräfte, die zum Teil Interessengruppen leiten oder in der offenen Arbeit eingesetzt sind. Wir erwarten von den Mitarbeitern ein hohes Maß an Selbständigkeit und Sicherheit in ihrem Bereich. Die ständig wechselnden Gegebenheiten erfordern viel Flexibilität, Einfühlungsvermögen und Liebe zu den Kindern.

Die Reinigung des Hauses wird von einer Reinigungsfirma getätigt.


Finanzen

Das Spielhaus bekommt jährlich Haushaltsmittel aus der Rahmenzuweisung. Die bewilligten Mittel stehen für Honorare und Sachkosten zur Verfügung. Durch Veranstaltungen erzielt das Spielhaus regelmäßig eigene Einnahmen, die sich verstärkend auf den Sachkostenbereich auswirken und für Materialausgaben genutzt werden. Die Anschaffungen richten sich überwiegend nach den Bedürfnissen der Kinder. Der Deutsch-Amerikanische-Frauenclub unterstützt seit seiner Gründung das

Spielhaus finanziell. Dieses Geld wird unter anderem zur Mitfinanzierung von Ferienprogrammen genutzt.


Zielgruppen

Die Einrichtung richtet sich an die 6 - 14 jährigen Mädchen und Jungen. Es sollen alle Nationalitäten des Stadtteils angesprochen werden. Mit unseren Angeboten wollen wir die geschlechtsspezifischen und altersbedingten Interessen, Bedürfnisse und Entwicklungschancen berücksichtigen.


Handlungsziele und Prinzipien

Das Spielhaus Langenfort wird am Nachmittag von den Kindern als Treffpunkt und Ort genutzt, an dem sie Anregungen für ihre Freizeitgestaltung bekommen. Es soll verschiedene Funktionen erfüllen. Vor allem soll es ein Ort sein, an dem die Kinder sich wohl und sicher fühlen und wo sie gerne hin gehen. Hier können sie Kontakte knüpfen und Beziehungen zu anderen Kindern aufbauen. Durch unsere eigene liebevolle Zuwendung und aufmerksames Zuhören können wir ihnen viel in dieser Hinsicht vorleben. Der Besuch des Spielhauses ist freiwillig. Die Kinder planen ihren Aufenthalt mit unserer Unterstützung selbst. Eines unserer wichtigsten pädagogischen Ziele ist es, auch unter dem Gesichtspunkt der Suchtprävention, die Kinder zu selbständigem Handeln zu befähigen und sie zu selbstbewussten Menschen mit zu erziehen. Im Ausprobieren ihrer Fähigkeiten werden die Kinder von uns bestärkt. Wir bieten den Kindern altersgemäße Angebote, die ihre geschlechtsspezifischen Interessen, Bedürfnisse und Entwicklungschancen berücksichtigen. Sie entdecken ihre Kreativität, begreifen im Spiel, beim Basteln, Werken etc. Zusammenhänge und lernen verschiedene neue Dinge kennen. Wir wollen ihre Persönlichkeit wahrnehmen und sie in ihrem Ausprobieren nicht einschränken, außer die Situation ist gefährlich oder schädlich. Sie können ihre Grenzen soweit wie möglich selbst herausfinden. Der Lebensraum der Kinder in der Stadt ist heutzutage sehr eng und wir wollen diese Enge wieder etwas ausweiten. Zu unseren Aufgaben gehört es, die Kinder zu sozialem Verhalten zu befähigen. Sie sollen lernen, miteinander rücksichtsvoll umzugehen, den anderen zu respektieren und sich nicht gegenseitig zu behindern. Dazu gehört auch zu lernen, den anderen in Ruhe zu lassen, Kontakte aufzubauen und niemandem seinen Willen aufzuzwingen. Gerade in der heutigen „,Ellenbogengesellschaft* erscheint uns dieser letzte Punkt sehr wichtig. Zum sozialen Verhalten gehört des weiteren, zu lernen mit Materialien, Spielgeräten etc. vernünftig umzugehen (Ressourcenschonung).

Die Kinder lernen beim täglichen Miteinander sich gegenseitig zu tolerieren. Die Integrationsarbeit ist ein wichtiger Aspekt in unserer Arbeit. Die verschiedenen Nationalitäten sehen wir als Bereicherung und wir können viel voneinander lernen. Unser Anliegen ist es, den Kindern demokratisches Verständnis und Verhalten zu vermitteln. Wenn Menschen aufeinandertreffen gibt es natürlich Konflikte, die gelöst werden müssen. Wir versuchen es mit den Kindern gemeinsam. Sie müssen z.B. lernen, Dinge miteinander zu teilen, gemeinsam an Projekten zu arbeiten, zusammen zu spielen und dabei aufkommende Aggressionen (wir gehen davon aus, dass jeder Mensch welche hat) umzuwandeln. Wir helfen ihnen dabei zu lernen, Streit anders zu lösen als mit Schlägen oder bösen Worten. Die Kinder erleben, dass nicht jeder mit jedem kann und dass es auch in Ordnung ist. Sie sollen erfahren, dass das akzeptiert wird. Unser Ziel ist es eine entspannte Atmosphäre zu schaffen, in der sich jeder wohlfühlt und keinen Bedrohungen ausgesetzt ist.

In unserer Arbeit mit und für Kinder haben Umweltüberlegungen einen breiten Raum. Wir möchten den Kindern eine kritische Auseinandersetzung mit der Umwelt vermitteln. Sie sollen befähigt werden, sich ihrer Umwelt gegenüber verantwortungsbewusst zu verhalten. Die persönliche Gesundheit der Kinder ist ein weiterer Gesichtspunkt in unserer Arbeit. Durch Aufklärungsarbeit und Gespräche vermitteln wir z.B. Kenntnisse über gesunde Ernährung, Entspannungstechniken etc. Seit diesem Jahr haben wir ein regelmäßiges Bewegungsangebot in unserem Programm Die Kinder sind an der Planung und der Durchführung beteiligt. Wir sehen das Spielhaus Langenfort als einen Ort der non-formalen Bildung.


Angebots- und Programmstruktur

Das Spielhaus ist ein offener Treffpunkt, der niedrigschwellige Freizeit, Spiel- und Lernangebote für die oben genannten Zielgruppen anbietet. Dazu gehören Bewegungsangebote (Fußball, Bewegungstag, Sportspiele), Kreativangebote (Malstudio, Kochen, Töpfern, Basteln) und Ruheangebote (Entspannung, Vorlesen). Die genannten Angebote sollen die kulturellen, medialen, technischen sowie

kognitiven Fähigkeiten und Stärken der Kinder fördern. Alle Angebote sind frei zugänglich und die Kinder entscheiden selbst über ihre Teilnahme. Zu den sogenannten Interessengruppen kommt der offene Bereich, in dem wir auf die weiteren Wünsche der Kinder eingehen, in dem sie sich selbst ausprobieren können, eigene Ideen entwickeln und Unabhängigkeit üben können.


Team

Die beiden hauptamtlichen Mitarbeiterinnen arbeiten im Team zusammen. In den regelmäßigen Teamgesprächen findet neben dem Besprechen organisatorischer Fragen auch die Reflexion der täglichen Arbeit statt. Mit den Honorarkräften finden regelmäßig Mitarbeiterbesprechungen statt, auf denen Planungen, Ideen, Probleme etc. besprochen werden.



Schutzkonzept

Am 23.Januar 2014 wurde das Schutzkonzept nach §79a SGB VII für die bezirklichen Einrichtungen der offenen Kinder- und Jugendarbeit/Jugendsozialarbeit im Bezirk Hamburg-Nord erstellt. Dieses Schutzkonzept ist für das Spielhaus eine wichtige Arbeitsgrundlage und ist somit Anhang an unser eigenes Konzept.


Abschließende Worte

Wir wollen unser Konzept nicht festgeschrieben wissen für die nächsten Jahre. Offene Kinder- und Jugendarbeit ist auch immer einem Wandel unterzogen. Die Flexibilität in unserer Arbeit ist ein wichtiger Grundsatz. Dabei wollen wir auch unsere Möglichkeiten nicht überschätzen und Planungen gut durchdenken. Eine regelmäßige Reflexion über unsere Arbeit halten wir für notwendig. Ein gutes Instrument dafür sind die jährlichen Berichte und Leistungsvereinbarungen, die mit dem Jugendamt getroffen werden.


In Liebe das Spielhaus Langenfort